Herbstcrosslauf der Bergsteiger / Walter-Thomas-Lauf

Der Walter Thomas Lauf hat eine lange und abwechslungsreiche Geschichte.

Er ist derzeit der zweitälteste Lauf in unserer Region.

Ganz am Anfang stand ein kleines Grüppchen von 12 Bergsteigern in Waltersdorf und veranstaltete am 20. Dezember ein vereinsinternes Rennen zur Konditionierung der eigenen Sektionsmitglieder. Es war das Jahr 1975, als der erste Start des „Edelroller- Laufes“ am Parkplatz in Waltersdorf erfolgte, dann Richtung Hochwald und zum Ziel nach Lückendorf zur Ruine Karlsfried gelaufen wurde, wo die Ersten eine heiße Tasse Glühwein in Empfang nehmen konnten. Gereicht wurde der heiße Schluck vom damaligen Sektionsleiter Fritz Behner. Nur Einer hatte zu diesem Lauf keine Lust, weil er nicht wusste, wie er wieder zurück zu seinem Auto kommen sollte, was ja in Waltersdorf stehen bleiben musste. Es war damals Heinz Urban, der sich sehr ungehalten mit: „ Ihr müsst doch nicht ganz dicht sein!“ über diesen Lauf Luft gemacht haben soll.

Er lief an diesem Tag sein eigenes Rennen, nachdem er mit seinem Trabant nach Jonsdorf zur Hütte gefahren war. Kurioser Weise lief er an diesem Tage die Runde durch Jonsdorf fast haargenau so, wie sie die nächsten Jahre die Originalrunde für diesen Herbstcrosslauf werden sollte. Ach was Herbstcrosslauf ! Es war bereits Winteranfang und zu manchem Rennen lag kniehoch und höher der verwehte Schnee, oder machten Eisplatten das Laufen zur Schlitterpartie.

Am 31. Oktober 1977 starb der Oberlausitzer Kletterpionier, der Bergfreund Walter Thomas. Spontan entschlossen sich die Verantwortlichen, den Edelrollerlauf ihm zum Gedenken zu widmen. Damit wird der Edelrollerlauf ab sofort als „Walter- Thomas- Gedenklauf“ Herbstcross der Bergsteiger im Zittauer Gebirge ausgetragen.

Jochen Kirsche war es, der in diesem Jahr als Gast mitlief und den Verantwortlichen nach dem Lauf ans Herz legte, diesen Lauf doch offen für alle Hartgesottenen zu veranstalten. Nach einigem Hin und Her kam es dann auch dazu. 1978 starteten die ersten Vereinsfremden (2) bei diesem extremen Bergsteigerlauf über Stock und Stein, Sumpf und Morast, über umgefallene Bäume sowie spiegelglatte Eisflächen.

1979 wurden alle bekannten Klettersektionen im Raum Löbau-Zittau eingeladen. 52 Teilnehmer folgten dem Aufruf. 1979 zum 6. Lauf starteten bereits 67 Teilnehmer.

1980 startete der Thomaslauf oder auch „Thomslauf“ genannt das erste Mal am 01. November. Heute steht der Termin dieses Laufes schon über viele Jahre am letzten Wochenende im Oktober fest im Jahreskalender.

Den ersten bedeutenden Teilnehmerrekord gab es beim 10. Lauf 1984 mit 124 Teilnehmern. Damit war eine Größenordnung erreicht, der die Jonsdorfer Hütte nicht mehr gewachsen war.

Beim 12. Walter- Thomas- Lauf 1986 wurde in die zur Turnhalle umfunktionierte Jugendherberge „Bruno Tesch“ umgezogen. Die Laufstrecken veränderten sich auf der 9 und 16 Kilometerrunde dadurch ein klein wenig.

Anfänglich waren die Bedingungen für die Organisatoren nicht unbedingt besser. Erst als der PSV Zittau die alte Turnhalle wieder beheizbar machte und begann, die heutige Skihütte auszubauen, wurden die Bedingungen als Wettkampfstätte für diesen Bergsteigerlauf optimiert.

Bis heute haben sich die Rahmenbedingungen für den Lauf immer wieder verbessert.

Mit Beginn der 80er Jahre dominieren auf den vordersten Plätzen mehr und mehr die

„hauptamtlichen“ Läufer. Das Laufniveau ist in den letzten Jahren stark gestiegen. Skilangläufer, Leichtathleten, Triathleten oder Mountainbiker sowie andere Ausdauerspezialisten haben die reinen „Bergsteiger“ von den vorderen Plätzen bei der Siegerehrung verdängt. Das ist aber kein schlechtes Zeichen. Wir freuen uns darüber, dass der Thomaslauf mit seinen Eigenheiten von so vielen Nichtbergsteigern angenommen wird.

Am 10. Oktober 1998 gab es die absolute Rekordbeteiligung mit 138 Läufern.

1999 wechselt die „KG Edelroller“ unter Führung von Heinz Urban von Fortschritt Eibau als Abteilung Bergsteigen „KG Edelroller“ zum PSV Zittau e.V.

Im Jahr 2000 wurde der Lauf zum ersten Mal unter der Kampfrichterregie der Abteilung Ski vom PSV Zittau durchgeführt. Streckenposten, Verpflegung, Absperrung und die Zielzeitnahme wurde durch den Skiverein unterstützt.

2001 einigten sich Heinz Urban und Volker Heinrich auf die noch heute existierende Streckenführung. Die vielen Straßenüberquerungen auf der alten Streckenführung konnten unter den neuen verkehrsrechtlichen Bedingungen nicht mehr abgesichert werden.

Unsere Strecke verläuft dennoch durch die schönsten Klettergebiete und an den schönsten und bekanntesten Gipfeln im Zittauer Gebirge vorbei.

Der „Thomaslauf“ bleibt nach wie vor von seiner Art und Streckenführung her ein reiner Berglerlauf. An manchen Streckenabschnitten kann man so manch renommierten Läufer hören, wenn er seinem Läuferherz Luft macht: „Die müssen doch verrückt sein, wir sind doch keine Bergsteiger!“

2002 wurde ein neues Startband für den Thomaslauf angeschafft.

2004 wurde der 30. Walter- Thomas- Lauf zum letzten Mal mit voller Beteiligung der Edelroller durchgeführt.

Ab 2005 gibt es eine neue Strecke von 4 km für die Kinder.

2007 geht der Thomaslauf in die Wettkampfregie der Abteilung Ski vom PSV Zittau unter der Leitung von Volker Heinrich über, der selbst Edelroller wird.

2008 wird für die wachsende Kinderzahl im Vorschulalter zum ersten Mal eine 800 m Runde gelaufen.

Ab 2010 sind beide Hauptstreckenrekorde Damen 9 km mit Lisa Voigt und Herren 16 km mit Holm Kunze im Besitz des austragenden Vereines PSV Zittau.

2011 wird mit der 2 km Strecke eine weitere Kinderstrecke in das Wettkampfprogramm aufgenommen.

Ab 2012 können unsere Ältesten über 60 Jahre auch eine 4 km Strecke als Wettkampfstrecke nutzen.

2012 gibt es eine Ehrenauszeichnung für Läufer, welche 10/15/20/25/ oder sogar 30 Mal am Thomaslauf teilgenommen haben. In diesem Jahr hatten wir zum Thomaslauf einen totalen Wintereinbruch. Herrliche Bedingungen für unsere Bergsteiger. Aber viele Crossläufer ließen den Termin dadurch verstreichen.

Ab 2013 beginnen wir bereits am Vortag unsere Strecken zu markieren. Das schafft etwas Entspannung für den Vormittag des Wettkampftages. Denn auch da haben wir noch alle Hände voll zu tun.

2014 starten wir unseren 40. Walter Thomas Lauf. Das war ein Kraftakt. Der Forst hatte mit seinen Rückearbeiten im Wald ein totales Chaos auf verschiedenen Streckenabschnitten hinterlassen. Selbst für uns Bergsteiger war das zu viel. Teilweise mit Hacke und Schaufel, Säge und Beil haben wir Hand angelegt, dass unser Lauf auf den Originalstrecken stattfinden konnte. Für "UNSERE" Traditionen hat man in diesem Land leider nichts mehr übig. Hier stehen ganz andere Interessen im Vordergrund. Zum 40sten wurden zwei neue und wertvolle Bleikristallpokale für die Streckenschnellsten und ein Pokal für den schnellsten Bergsteiger gestiftet. Das war eigentlich nichts Neues. Aber wir haben es neu belebt. Unter der Klassifizierung Bergsteiger versteht man nicht das Mitglied im DAV oder im SBB. Bergsteiger ist man, wenn man einem Traditionsverein angehört und dort aktiv ab und an mal in einem Gipfelbuch zu finden ist. Jeder Teilnehmer dieses Laufes erhielt einen Erinnerungsanstecker. Siegfried Heinrich erhielt den Ehrenteller für seine 30. Teilnahme.

2016 wird wieder ein Bergsteiger (Thomas Richter) der Schnellste über die 16 km Strecke.

2017 gelingt auch Werner Hänisch die 30. Teilnahme an diesem Traditionslauf bei herrlichem Wetter.

2019 zum 45. "Thomslauf" erhalten alle Kinder auf dem Podest einen Pokal. Drei neue Streckenrekorde gibt es auf den Kinderstrecken. Stefan Morgenstern schlägt mit einem starken Lauf den Lokalmatador Matthias Aust. Zdenek Bufka (Ceska Lipa) setzt einen neuen Rekord ü 60/16 km. Franziska Kranich nimmt einen Kristallwanderpokal in ihren bleibenden Besitz.

2020 soll der Lauf wegen den drohenden Corona Einschränkungen unter den original Ursprungsbedingungen stattfinden. Aber wir müssen am Ende leider komplett absagen! 

2021 Unser langjähriger Zielzeitmesser Heinzel Nelte steht nie mehr hinter unserer Uhr.

Holm Kunze und Thomas Rönsch erhalten ihren Ehrenteller in Kristall für die 25. Teilnahme.

Neue Streckenrekorde durch Paula Marschner über 9 km und durch Lucas Kunze über 4 km.

 

 

Berg und Ski Heil   V.H.

 

(letzte Aktualisierung am 07.11.2021)